Thailand 2009

Im Januar 2009 war ich drei Wochen mit meiner Familie in Nordthailand unterwegs gewesen. Dabei sind wir auch wieder die eine oder andere Offroadtour gefahren.
Als Fahrzeug hatten wir einen Isuzu MU-7. Dies ist die geschlossene Varianten des DMAX Pickups. Das Fahrzeug wird in Europa nicht angeboten, ist aber in Asien sehr verbreitet. Der Wagen verfügt über einen kräftigen 3 Liter Turbodiesel und ein Automatikgetriebe. Da er auf dem Pickup basiert, verfügt er über eine robuste Rahmenbauweise mit Starrachsen. Grundsätzlich gibt es den MU-7 mit Allrad oder nur mit Hinterradantrieb. Wir hatten die Variante mit Heckantrieb, was aber für das, was wir gemacht haben, ausreichend war.

Landschaftsfotos von unserer Thailand-Tour finden sich hier.

Die erste Woche waren wir im Doi Inthanon Nationalpark und sind dann über Mae Hong Son nach Pai gefahren. Weiter ging es dann von Pai nach Chiang Dao über eine sehr schöne ca. 90 km lange Offroadstrecke. Die Tour ist ausführlich im aktuellen Reise Know-How Handbuch Thailand beschrieben (“Durch die Berge westlich von Mae Taeng” auf Seite 479) und zählt für mich zu den schönsten Strecken in Nordthailand. Sie führt die meiste Zeit durch eine wilde unberührte Dschungellandschaft. In der Trockenzeit kann sie mit jedem robusten Fahrzeug mit viel Bodenfreiheit gefahren werden. In der Regenzeit ist sicher Allrad sehr sinnvoll, da u.a. auch einige Furten durchfahren werden müssen. Mit einem PKW sollte man die Tour nicht machen, da es einige größere Löcher und ausgefahrene Spurrillen gibt. Die nachfolgenden Fotos sind von dieser Tour.

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Von Chiang Dao aus sind wir die Grenzstraßen entlang der burmesischen und laotischen Grenze über das Goldene Dreieck nach Phayao und zurück nach Chiang Mai gefahren. Grundsätzlich gilt, dass diese Grenzstraßen tagsüber im allgemeinen relativ sicher sind, aber nachts auf jeden Fall gemieden werden sollten, da sich gerade in den Grenzgebieten viele Schmuggler und Drogenkuriere rumtreiben.
Zum Abschluss der Reise haben wir noch das Mae Sae Valley westlich von Chiang Mai erkundet. Dort habe ich dann auch eine halbtätigige Offroadtour mit einem Buggy unternommen. Wir waren dabei insgesamt mit zwei Buggys unterwegs. Der Führer fuhr mit seinem eigenen vorneweg und ich mit meinem hinterher. Nachteil ist, dass man dabei ziemlich viel Staub schluckt. Spaß hat es aber trotzdem gemacht. Obwohl die Fahrzeuge nur Hinterradantrieb hatten, bin ich Strecken gefahren, die ich mit einem Touareg nicht gefahren wäre. Wir hatten zum Teil extrem ausgefahrene Spurrillen, bei denen man, wenn man da reinrutscht, ganz schnell auf der Seite liegt. Ansonsten haben wir die Buggys richtig fliegen lassen, über etliche Bodenwellen sind wir einfach mit Vollgas drüber gesprungen. Dank der langen Federwege geht das sehr gut. Nur die Lenkung hatte extrem viel Spiel. Ich hatte die eine oder andere Situation, wo es entweder links 100m steil bergab ging oder aber direkt neben dem Weg ziemlich massive Bäume standen und der Buggy partout in Richtung Abgrund oder Baum steuerte und erst nach einer gefühlten Ewigkeit meinen Lenkbefehl in die Gegenrichtung umsetzte.
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Autofahren in Thailand ist allgemein ziemlich gewöhnungsbedürftig. Es herrscht dort Linksverkehr, was aber noch die geringste Schwierigkeit ist. Problematischer ist, dass es zwar theoretisch Verkehrsregeln gibt, aber sich keiner daran hält. Wenn man z.B. auf der Autobahn/Schnellstraße ein paar Meter Umweg einsparen kann, ist es absolut üblich, als Geisterfahrer in der Gegenrichtung bis zur nächsten Ausfahrt zu fahren. Ebenso werden rote Ampeln fast immer ignoriert. Auf einem einzelnen Mofa fährt in der Regel eine ganze Familie mit zwei Erwachsenen und drei Kindern gleichzeitig und natürlich immer ohne Helm. Da aber alle Verkehrsteilnehmer dieses Chaos irgendwie bewältigen müssen, fahren die meisten sehr wachsam und stecken auch mal zurück, wenn es eng wird. Im Gegensatz zu Deutschland wird man z.B. immer reingelassen, wenn man mal auf der falschen Spur ist oder der Beifahrer kurzfristig feststellt, dass man doch besser links statt rechts abbiegen sollte.

Sehr empfehlenswert, wenn nicht sogar zwingend erforderlich, ist meiner Meinung nach ein gutes Navi, da die Straßenschilder entweder ausschließlich in thailändischen Schriftzeichen sind oder sehr häufig gar nicht existieren. Wir haben sehr gute Erfahrung mit Garmin gemacht. Wir hatten ein Nüvi 550 mit der 2008er CityNavigator Karte Thailand dabei. Auf der Karte sind sämtliche kleinen Straßen drauf, einschließlich diverser Offroadstrecken, die auf keiner der normalen Straßenkarten mehr verzeichnet sind. Einziges Problem mit dem Navi war, dass es vom gleichen Ort in der Regel drei bis vier verschiedene Schreibweisen gibt und das man vor der Eingabe des Zielortes erstmal die Provinz anwählen muss, in der der Zielort liegt. Ähnlich der Anwahl des Ländernamens vor der Ortseingabe bei einer Europa-Navi, nur dass ich natürlich in der Regel keine Ahnung hatte, zu welcher Provinz ein bestimmter Ort in Thailand gehört. Trotzdem waren die etwas über 100€ für die Garminkarte die beste Investition, die wir für die Reise getätigt haben.

Grundsätzlich ist Nordthailand noch ein echtes Offroadparadies. Insbesondere nördlich und westlich von Chiang Mai gibt es noch hunderte Kilometer von Offroadpisten der verschiedensten Schwierigkeitsgrade zu entdecken. Aber auch in Thailand werden immer mehr Pisten asphaltiert. So ist z.B. die laotische Grenzstraße entlang des Mekong, die in den meisten Reiseführern noch als wilde Offroadstrecke beschrieben ist, inzwischen fast vollständig asphaltiert. Wir werden in den nächsten Jahren sicher nochmal nach Nordthailand fahren: tolle Landschaften, sehr nette Leute, leckeres Essen, niedrige Preise, unzählige Offroadstrecken, angenehmes Klima. Was will man mehr?